Kinder und Trennung

Eine Trennung ist nie leicht und setzt oft nach Jahren einen Schlussstrich unter einen ehemals intakten und glücklichen Lebensabschnitt. Die einst schönen Zeiten mit der Familie werden dann von Wut, Angst und Trauer abgelöst und nicht wenige fallen erstmal in ein tiefes Loch. Doch eine Trennung oder Scheidung ist nicht nur für die beiden (Ex-) Partner schwer, denn von den Folgen sind in der Regel alle Familienmitglieder betroffen. Besonders Kinder leiden sehr, wenn die ehemals glückliche Familie auseinander bricht und viele Änderungen ins Haus stehen. Nicht wenige haben selbst auch Schuldgefühle und Angst und leiden im schlimmsten Fall noch Jahre nach der Trennung der Eltern an den Folgen. Doch eine Trennung oder Scheidung muss auch nicht immer negative Auswirkungen auf Kinder haben, denn gerade wenn die Paarbeziehung nur noch von Streit geprägt ist, ist das neue Leben oft die harmonischere Alternative. Damit ein Kind nicht oder so wenig wie möglich unter einer Trennung leidet ist es daher ganz entscheidend, dass beide Eltern immer zum Wohle ihres Kindes bzw. der Kinder handeln und auch nach dem Ende der Beziehung in der Lage sind, ihre Rolle als Eltern voll und ganz auszufüllen.

Was ändert sich für Kinder nach einer Trennung?

Trennen sich die Eltern, hat das auch für ein Kind oft weitreichende Folgen. Denn während der intakten Beziehung hat sich der Alltag eingespielt und es sind feste Strukturen und Gewohnheiten entstanden, die die meisten kleinen und großen Kinder in der Regel benötigen. Trennen sich die Eltern, ändert sich plötzlich der gewohnte Rhythmus. Für viele stehen berufliche Änderungen ins Haus und auch finanzielle Schwierigkeiten belasten oft nicht nur die Eltern, sondern manchmal indirekt auch die Kinder. Zudem muss sich mindestens ein Elternteil eine neue Wohnung suchen und einen Umzug organisieren. Ist die neue Bleibe dann fernab der alten, bedeutet das nicht selten auch für das Kind oder die Kinder ein Wechsel des Kindergartens oder der Schule und die Suche nach neuen Freunden.

Wie sollten Eltern den Umgang mit den Kindern gestalten?

Nicht nur die alltäglichen Gewohnheiten müssen in der ersten Zeit nach einer Trennung oder Scheidung umorganisiert werden. Denn gerade wenn Kinder im Spiel sind, stehen auch weitere wichtige Punkte an, die geregelt werden müssen. Gerade das Sorgerecht ist ein Aspekt, der nicht selten für viel Streit sorgt und am Ende oft vor Gericht landet. Denn wie genau sehen die Regelungen zum Sorgerecht aus? Welche Rechte und Pflichten stehen welchem Elternteil mit gemeinsamem oder alleinigem Sorgerecht zu? Für ein Kind ist an dieser Stelle das Umgangsrecht ganz entscheidend. Dabei muss nicht nur der Umgang mit Vater und Mutter geregelt werden, sondern auch die Beziehungen zu wichtigen Personen aus dem Umfeld der Kleinen wie Geschwister oder Großeltern. Schaffen es die Eltern, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu berücksichtigen und die neuen Umgangsregeln daran auszurichten, wird es den Kindern besser gehen. Und wenn es den Kindern gut geht, geht es meist auch den Eltern gut, auch wenn gerade in dieser schweren Zeit der Trennung viele in erster Linie mit sich selbst zu tun haben. Je nach dem, wie gut die beiden Ex-Partner nach der Trennung miteinander auskommen, haben sich in einigen Familien auch spezielle Wechselmodelle bewährt, nach denen ein Kind oder mehrere Kinder im Wechsel bei Vater und Mutter leben. Wie das neue Leben am besten geregelt wird, sollte man am Ende individuell für seine eigene Familie festlegen, denn nur so kann man sichergehen, dass auch das Beste für die Kindern und einen selbst rauskommt.

Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle

Dass Trennungs- oder Scheidungskinder unter der neuen und ungewohnten Situation leiden, lässt sich meist nicht komplett verhindern. Doch beide Elternteile haben Möglichkeiten, es dem Kind so leicht wie möglich zu machen. Dazu gehört in erster Linie, die Trennung oder Scheidung so reibungslos wie möglich ablaufen und nicht zur Schlammschlacht werden zu lassen. Doch wie genau sollte man sich als getrennte Eltern verhalten? Ganz entscheidend ist, dass das Wohl der Kinder immer im Mittelpunkt stehen sollte, was bedeutet, keine Streitigkeiten vor den Kindern auszutragen und den jeweils anderen Ex-Partner nicht schlecht zu reden. Oft kommt es auch nach dem Ende einer Beziehung zu neuen Fragen, die plötzlich auftauchen. So gibt es so manchen Vater, der nach der Trennung die Vaterschaft anzweifelt und auch so genannte Kuckuckskinder haben so manchen Streit zur Folge. Oft resultieren solche Punkte in gerichtlichen Terminen und auch der Gang zum Jugendamt steht nach einer Trennung oder Scheidung oft an. Doch egal, wie viele Aspekte nach dem Beziehungsende auch geklärt werden müssen: Eltern sollten sich immer bewusst sein, dass lediglich die Paarbeziehung auseinander gegangen ist. Die Elternrolle als Mama oder Papa jedoch bleibt und besteht ein Leben lang, so dass Eltern auch zukünftig alles dafür tun sollten, diese Rolle zu verantwortungsvoll wie möglich auszufüllen und ihrem Kind so immer das Beste zu geben.

So kommen Kinder mit der Trennung ihrer Eltern zurecht

Kinder wünschen sich, dass sich ihre Eltern verstehen und sie gemeinsam mit ihnen in einer harmonischen Familie zusammenleben können. Eine Trennung zerstört diese Familienidylle und sorgt dafür, dass die Welt der betroffenen Kinder aus den Fugen gerät. Eltern müssen sich dies bewusst machen und sollten das Wohlergehen des Nachwuchses in den Fokus stellen. Indem sie vernünftig und erwachsen agieren, können sie dafür sorgen, dass die Kinder nicht leiden und gut mit der neuen Lebenssituation zurechtkommen.

Entscheidend ist, dass beide Ehegatten Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Emotionen zurückstellen. Stattdessen sollte man sich den Kindern zuliebe auf einen respektvollen Umgang einigen. Mutter und Vater sind schließlich gleichermaßen wichtig und bleiben auch nach der Trennung als Liebespaar weiterhin die Eltern ihrer gemeinsamen Kinder. Es gehört daher zu den wichtigsten Tipps, als Familie eine gemeinsame Basis zu finden. Die ehelichen Konflikte sollten die Eltern-Kind-Beziehung in keiner Weise betreffen. Zudem sollten die Eltern mit ihrem Kind sprechen und diesem die neue Familiensituation altersgerecht erklären. Dabei ist es entscheidend, zu verdeutlichen, dass das Kind keine Schuld hat und weiterhin von beiden Elternteilen geliebt wird.

Wie sieht der Kindesunterhalt nach der Trennung aus?

Nach der Trennung der Eltern wird der elterliche Haushalt aufgelöst, so dass die Kinder in der Regel bei einem Elternteil wohnen. Beide Elternteile sind zu Unterhalt verpflichtet, wobei der Betreuende Naturalunterhalt leistet. Der andere Elternteil ist zu Barunterhalt verpflichtet, dessen Höhe sich an der Düsseldorfer Tabelle orientiert. Maßgebend ist dabei, dass das Kind unterhaltsberechtigt ist, während das Einkommen des Unterhaltspflichtigen ebenfalls ein wesentlicher Faktor ist. Falls sich die Eltern nicht einigen können, kann sich ein Gericht oder das Jugendamt einschalten und für einen offiziellen Unterhaltstitel sorgen.

Wo leben die Kinder nach der Trennung?

Wenn sich Eltern trennen, kommt es zuweilen zu einem Kampf um die Kinder. Beide Elternteile wollen vielleicht, dass der Nachwuchs bei ihnen lebt. In der Regel wohnen die Kinder aber bei einem Elternteil und besuchen den anderen Elternteil regelmäßig. Grundsätzlich gibt es aber keine Regeln dahingehend, dass die Kinder bei der Mutter oder beim Vater bleiben. Es ist vielmehr so, dass die Eltern eine Lösung im Sinne des Kindes finden sollten. Hier kann auch das sogenannte Wechselmodell zum Einsatz kommen. Dabei wohnt das Kind abwechselnd bei der Mutter und beim Vater.

Wo finden getrennte Eltern Hilfe und Unterstützung?

Vor allem anfangs kann es sehr schwer sein, gemeinsam mit dem Ex-Partner als Eltern zu agieren. Streitigkeiten werden teilweise auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, die massiv darunter leiden. Mütter und Väter sollten dies unbedingt vermeiden und sich gegebenenfalls Hilfe suchen, um die neue Familiensituation zu bewältigen. Beratungsstellen, die Jugendämter und auch Psychologen sind hier richtige Anlaufstellen und bieten Hilfe und Unterstützung. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die getrennten Eltern sachlich miteinander reden können und unabhängig von ihren partnerschaftlichen Problemen für die Kinder da sein können. Indem man einen unparteiischen Dritten dazu holt, kann man dies oftmals deutlich leichter erreichen und sollte keine Scheu haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Sind Kinder im Spiel, ist eine Trennung immer besonders dramatisch. Nicht nur die Partnerschaft, sondern die ganze Familie bricht auseinander. Die Kinder leiden hier besonders und brauchen beide Elternteile, um das Ganze zu verkraften. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion kann helfen, die neue Familiensituation zu meistern.

Seien Sie den Kindern gegenüber offen!

Eltern sollten nicht versuchen, ihren Kindern etwas vorzumachen, denn diese spüren Spannungen in der Familie ohnehin. Es hat also keinen Zweck, die Trennung zu verheimlichen. Stattdessen sollte man mit dem Nachwuchs sprechen und diesem offen gegenüber einräumen, dass die Beziehung der Eltern gescheitert ist. Entscheidend ist dabei, dass man deutlich macht, dass man weiterhin als Eltern für das Kind da ist und sich an der Liebe zum Kind nichts ändert. Dadurch kann das Kind auch in der schwierigen Trennungssituation Vertrauen haben und bekommt nicht das Gefühl, sich entscheiden zu müssen. Gegebenenfalls kann man solche Gespräche auch in einer therapeutischen Praxis führen und sich so Hilfe suchen.

Besuchen Sie unseren Ratgeber und tauschen Sie sich mit Betroffenen aus!

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