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Vaterschaftstest – was muss man dazu wissen?

Die Vaterschaft für ein Kind ist eine sehr große Verantwortung im Leben. Doch nicht immer fühlen sich Männer sicher, wenn es um das Thema Vaterschaft geht. Bei so manch einem tauchen schon während der noch intakten Beziehungen Zweifel auf, andere fragen sich hingegen erst Jahre nach einer Trennung, ob sie tatsächlich der Vater des Kindes oder der Kinder sind. Bestehen diese Unsicherheiten, kann ein Vaterschaftstest (Abstammungsgutachten) Aufschluss darüber geben, ob ein Mann tatsächlich der leibliche Vater seines Kindes ist. Die Vaterschaft kann dabei durch verschiedene Untersuchungen festgestellt werden, z.B. mittels Blutgruppentests oder durch eine Analyse der DNA in einem Labor und zeichnet sich durch eine Sicherheit von ca. 99,9% aus, wenn die Vaterschaft nachgewiesen wird. Kann die Vaterschaft ausgeschlossen werden, beträgt die Sicherheit des Ergebnisses 100%.

Ist ein Vaterschaftstest vor der Geburt möglich?

Es gibt die Möglichkeit, schon vor der Geburt des Kindes die Vaterschaft mit Hilfe eines pränatalen Schwangerschaftstests festzustellen. Bei einem solchen Vaterschaftstest wird der Frau in der Schwangerschaft eine Probe entnommen, wobei das grundsätzlich auf zwei verschiedene Weisen erfolgen kann. Eine Möglichkeit ist die so genannte Chorionzottenbiopsie. Hierbei wird der Frau während der 10. und 12. Schwangerschaftswoche die Probe aus dem Mutterleib entnommen, das Risiko einer Fehlgeburt liegt hier bei ca. 1%. Eine andere Möglichkeit ist die so genannte Aminozentese, bei der der Frau ab der 15. Schwangerschaftswoche Fruchtwasser entnommen wird. Das Fehlgeburtsrisiko beträgt bei der Fruchtwasserentnahme mindestens 0,5%.

Was wird ein Vaterschaftstest kosten?

Ein Vaterschaftstest ist nicht umsonst und kann je nach Anbieter eine ordentliche Summe kosten. Die Preise sind dabei sehr unterschiedlich und reichen z.B. von 150 bis 550 Euro. Wer einen Vaterschaftstest durchführen möchte, sollte jedoch nicht nur auf die Preise achten, denn auch die Qualität und Leistung der Anbieter unterscheidet sich. So gibt es günstige Vaterschaftstests (kann man z.B. im Internet bestellen), die lediglich für den privaten Gebrauch bestimmt sind, vor Gericht aber keine Bedeutung haben. Möchte man aber einen Nachweis vor Gericht, muss die Probe beglaubigt (z.B. von einem Arzt) entnommen und ein amtliches Gutachten (Vaterschaftsgutachten) erstellt werden, was mit mehr Kosten verbunden ist. Einige Anbieter bieten außerdem eine Verifizierung des Vaterschaftstests an. Hierbei wird der Test von weiteren Mitarbeitern überprüft, was Fehler ausschließt, jedoch meist auch teurer ist. Zudem sollte darauf geachtet werden, ob der Anbieter zertifiziert ist und wo der Sitz der Firma ist. Häufig handelt es sich gerade bei günstigen Anbietern um Firmen aus dem Ausland, während Anbieter aus Deutschland höhere Standards erfüllen müssen und dann häufig auch teurer sind.

Darf man einen Vaterschaftstest heimlich durchführen?

Wer einen Vaterschaftstest durchführen möchte, muss dafür die Zustimmung aller Beteiligten haben. In der Regel sind das die Mutter, der Vater und das Kind, wobei die Erziehungsberechtigten oder das Jugendamt über die Zustimmung von minderjährigen Kindern entscheiden. Manche Menschen möchten den Vaterschaftstest jedoch ohne Kenntnis des Partners durchführen und versuchen, heimlich eine Probe zu entnehmen und diese in einem Labor analysieren zu lassen. Wer das versucht, begeht jedoch eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden kann. Häufig funktioniert dieses Vorgehen auch nicht, da die Labore den Test erst durchführen dürfen, wenn die Einverständniserklärungen von beiden Elternteilen vorliegen. Kommt es dennoch zu einer Analyse (z.B. durch eine gefälschte Unterschrift), hat diese vor Gericht keine Aussagekraft. Hinweis: Anbieter von Vaterschaftstests legen im Allgemeinen großen Wert auf Datenschutz und behandeln die persönlichen Daten streng vertraulich. In der Regel werden diese entweder sofort nach dem Ergebnis oder einige Monate später vernichtet.

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