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Jugendamt

Eltern haben mitunter zunächst gewisse Hemmungen, das Jugendamt einzuschalten, da sie negative Konsequenzen durch das Hinzuziehen der Behörde befürchten. Bei getrennten Eltern kann das Jugendamt aber eine wichtige Rolle spielen und Mutter und Vater beraten, betreuen und unterstützen. Paaren fällt es nach der Trennung häufig sehr schwer, eine einvernehmliche Einigung in Sachen Umgang und Unterhalt zu finden. Für die Kinder sind klare Verhältnisse jedoch die Basis für ein stabiles Umfeld. Trotz aller Differenzen müssen Mütter und Väter das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen und sich immer wieder vor Augen führen, dass sie die einzigen Eltern sind, die ihr Kind hat. In Anbetracht dessen muss man eigene Emotionen zurückstellen und eine Basis finden, um mit dem getrennten Partner weiterhin gemeinsam als Eltern agieren zu können.

Beratung beim Jugendamt für getrennte Eltern

In vielen Fällen scheitert eine friedliche Lösung im Sinne der Kinder nicht am mangelnden Willen der Eltern, sondern daran, dass diese nach der Trennung keine Einigung finden können. Hilfe von außen kann in diesem Zusammenhang eine gute Lösung sein, denn eine unparteiische Stelle kann die Situation objektiv beurteilen und Mutter und Vater gleichermaßen unterstützen. Das Jugendamt ist dann der richtige Ansprechpartner und hilft gerne mit einer umfassenden Beratung weiter. Dabei kann es nicht nur darum gehen, die beiden Elternteile wieder an einen Tisch zu bringen, sondern auch über die rechtliche Lage zu informieren. Nicht selten kommt es aber auch vor, dass sich ein Elternteil an das Jugendamt wendet, weil es Probleme beim Umgang oder Unterhalt gibt. Sind die Kinder nach der Scheidung oder Trennung bei der Mutter verblieben, wünscht sich der Vater vielleicht mehr Kontakt zu seinen Kindern. In anderen Fällen wünscht sich der Elternteil, in dessen Obhut sich die Kinder gewöhnlich befinden, eine fachkundige Unterstützung bei der Regelung des Umgangs. Dann kann es zu einer Beistandschaft durch das Jugendamt kommen, das die Mutter oder den Vater bei der Geltendmachung von Ansprüchen sowie bei der Einigung unterstützt.

Was bedeutet eine Beistandschaft durch das Jugendamt für die Eltern?

Angelegenheiten, die in Zusammenhang mit dem Unterhalt stehen oder die Vaterschaftsfeststellung betreffen, werden in der Regel zwischen den beiden getrennten Elternteilen ausgemacht. Gegebenenfalls können diese das auch ihrem Anwalt überlassen. Nichtsdestotrotz können immer wiederkehrende Konflikte sehr belastend sein, weshalb sich manche Elternteile für eine Beistandschaft durch das Jugendamt entscheiden. Für den anderen Elternteil stellt sich dann vor allem die Frage, was dies für ihn bedeutet. Gemäß § 1712 ff. BGB handelt es sich bei der Beistandschaft um eine besondere Variante der gesetzlichen Vertretung für minderjährige Kinder. Das Jugendamt kann diese Rolle übernehmen und verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören im Wesentlichen die Vaterschaftsfeststellung und die Unterhaltsgeltendmachung. Muss der Vater Unterhalt zahlen, vertritt das Jugendamt somit die Mutter des Kindes und regelt die finanziellen Angelegenheiten.

Wann wird das Jugendamt nach einer Trennung der Eltern aktiv?

Das Jugendamt wird allerdings nicht nur auf Wunsch der Eltern beziehungsweise eines Elternteils aktiv. Abgesehen von der Beratung und der Beistandschaft sind auch Sorgerechtsfragen ein wesentliches Aufgabenfeld von Jugendämtern. Sobald ein Elternteil das alleinige Sorgerecht beantragt, schaltet das Familiengericht das Jugendamt ein, da dieses stets an einem Gerichtsverfahren zum Sorgerecht beteiligt ist. Die Jugendämter sind auch in gerichtliche Verfahren zur Regelung des Aufenthaltsbestimmungsrechts involviert.

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